Dass Gott dich behüt'
C. Bohm
Du lächelnde Dirne, du glückliche Maid,
Ich blick' dir ins Antlitz, und das Herz wird mir weit;
Deine Wange ist purpurn und goldig dein Haar,
Und dein freundliches Aug' wie der Äther so klar.
Und so froh ist dein Herz und so rein dein Gemüt;
Du liebliche Rose, dass Gott dich behüt'!
Dem Rehe gleich eilst du durch's schwellende Grün,
Den Schmetterling haschen ist all' dein Bemüh'n;
Du brichst die Cyane im wogenden Feld
Und singst mit der Lerche: Wie schön ist die Welt!
Und lächelnd im Feuer die Wange dir glüht;
Du liebliche Rose, dass Gott dich behüt'!
Da draußen die Welt ist so öde und kalt,
Und die Leidenschaft sprühet in wilder Gewalt.
Und die Rose verwelkt in des Hochsommers Hauch,
Und die Reife bringt Sorge dem fröhlichen Aug'!
O wahre dein Herz und dein reines Gemüt!
Du liebliche Rose, dass Gott dich behüt'!