Abendgebet

C. Brambach

Des Tags verworrenes Getümmel

Rauscht in der Ferne dumpf und sacht;

Ein andres Reich geht auf am Himmel,

Das wunderbare Reich der Nacht.

Du rufst der Nacht im Sternenkranze,

Du deckst das Thal mit Mondenruh';

Deck', Vater! auch mit Himmelsglanze

Zwei müd' geweinte Auge zu.

Die Welten gehn mit bitterm Weinen,

Mit wilder Lust, mit Streit und Brand;

Du aber winkest -- und sie scheinen

Beruhig in der Menschen Land.

Der Du den Welten Trost beschieden,

Du großer Tröster allerwärts!

O, hülle Du in Deinen Frieden

Auch ein gequältes Menschenherz!