Minnelied
C. Brambach
Unerschöpfter Wunderbronnen,
Der da rinnt von Ewigkeit!
Leuchte, drin sich fort wird sonnen
Ewig noch die fernste Zeit!
Süße Minne! mag verrauschen
Jeder Kampf auch in der Welt;
Deinen Wonnen wird sie lauschen;
Deinem Weh, bis sie zerfällt.
Ruhm und Ehre mögen winken
An dem höchsten Zeil vom fern;
In des Herzens Wogen sinken
Schimmerreich wie Stern an Stern.
Süße Minne! dich muß preisen
Doch der allerfrohste Sang
Und der Sehnsucht tiefste Weisen
Und der Wehmuth reinster Klang.
Frühling mag vom Himmel strahlen
Und die Flur im Blüthen stehn,
Alle Pracht im Strom sich mahlen,
Würz'ger Hauch die Luft durchwehn;
Süße Minne! was da schallet
Ob den Feldern, durch den Hain
Und im Herzen wiederhallet,
Dir nur gilt es, dir allein!
Ja! mag doch so hoch sich thürmen
Eine Wonne, mag ein Leid
Noch so wild ein Herz durchstürmen,
Du nur bist's in Ewigkeit,
Süße Minne! die da währet
Als das letzte, reinste Glück,
Und durch Weh und Leid verkläret,
Nur noch holder lacht zurück.