Wünsche

C. d'Ester

Wärst, Mädchen, eine Perle du,

so möcht das Meer ich sein,

dann rauscht und stürmt ich immer zu:

Auf ewig bist du mein.

Und wärest du der Tau im Thal,

so möcht die Sonn ich sein!

Wie küßt ich dich mit heißem Strahl!

Und ewig wärst du mein.

Und wärest du ein lichter Stern,

so möcht die Nacht ich sein:

dann wärst du ewig nah und fern

nur mir, nur mir allein.

Und wärst die junge Erde du

im holden Maienschein,

dann fänd in dir ich Glück und Ruh

und möcht begraben sein!

Das wünsch ich mir wohl tausendmal

und wünsch es ewig neu

und werd auch wieder tausendmal

mir selber ungetreu;

denn flösse von St. Gotthards Höh

als Rheinweinstrom der Rhein, --

dann möcht ich nur der Bodensee,

doch ohne Boden sein!