Der Fischer

C. Erfurt

Ich sitze am Bache und schaue hinab;

Der Angel liegt ruhig zur Seite,

Es gleiten die Fischlein hinauf und hinab,

Verschwindend in silberner Weite.

Habt Ruhe, Ihr Kleinen, habt Ruhe vor mir!

Durchkreuzet mit silbernen Flossen

Behaglich das weite, krystall'ne Revier,

Und sucht Euch die lieben Genossen.

Seitdem sie geschieden, ward weich mir das Herz,

Ich könnte kein Würmchen betrüben!

Das Kleinste der Wesen hat Raum wohl für Schmerz

Und Freude, wie sollt es nicht lieben?

Ich sitze am Bache und schaue hinab;

Der Angel liegt ruhig zur Seite,

Es gleiten die Fischlein hinauf und hinab,

Der Fischer blickt sehnend in's Weite!