Mein Wald

C. Faisst

Zu deines Herzens Rauschen

hab' ich mein Herz gestimmt,

zu deinem Atem lauschen.

Und wie es dämmrig glimmt

in dir von Sonnentänzen,

von Nebelheimlichkeit,

so zittert mir ein Glänzen

im Sinn, das dir geweiht.

Durchschreit' ich deine Hallen,

bin ich gewichtlos frei!

Wenn wirbelnd Blätter fallen,

streif' ich der Welt vorbei.

Ich werfe zärtlich schmiegend

mich in dein duftend Moos,

dein hehres Laubdach wiegend

hältst du mich still im Schoß.

Und flüsterst so vertraulich

mit deinem wilden Kind,

und dröhnst ihm so erbaulich

trostreich im starken Wind.

O Wald, mein Wald! Sie ahnen

nicht unser tiefstes Wort,

die ungeahnten Bahnen:

Dich, meinen Liederhort!