Rosenmär

C. Faisst

Das ist im Königsgarten,

da blüht manch Rosenstrauch,

da steigt aus tausend Kelchen

der duftende Wonnehauch.

Da wandelt die Königstochter

im Abendsonnenlicht,

es glüht als schönste der Rosen

ihr liebliches Angesicht.

Der Knabe blickt von ferne,

die Sinne duftverwirrt;

sein Blick von allen den Rosen

nur zu der einen irrt.

„Du junge Königstochter,

warum bist du so schön?

O dürft' ich als dein Liebster

in Rosen bei dir steh'n!“