Waldlied

C. Faisst

Der Sonne gold'ne Strahlen,

sie wecken Licht und Glanz;

in tiefen Farben malen

sie rings der Wälder Kranz.

Und die Wanderlust

erfüllt die Brust,

es lockt uns die Weite

zur frohen Schau

über Wald und über Au,

das Glück gibt uns Geleite.

Und wir wandern voller Freude

durch des Sommers letzte Pracht

und erleben froh das „Heute“,

bis hernieder sinkt die Nacht.

Den Häher seh' ich steigen

ins Abendlicht hinein,

und durch das nächt'ge Schweigen

hör' ich die Hirsche schrei'n.

Auf des Jägers Spur

durch Wald und Flur

halt' ich stille oft, zu lauschen

dem hehren Sang,

der die Seele mir bezwang

mit Klingen und mit Rauschen.

Und wir wandern voller Freude

durch des Sommers letzte Pracht

und erleben froh das „Heute“,

bis hernieder sinkt die Nacht.

In meinem Herzen klingen

viel' Lieder froher Art,

ich muss sie immer singen

auf dieser Wanderfahrt.

Und ich folge still

der Freuden Füll',

die der Wald mir hat gegeben.

Erfrischt ist der Sinn,

und die Lust ist mir Gewinn;

wie schön ist heut' das Leben!

Es ruht auf sonn'ger Halde

verborgen wohl ein Wort -

ich lauscht' es ab dem Walde

und trag's im Herzen fort.