Beim Rheingold
C. Fink
Im kühlen Keller trinkt sich's gut
Aus grünen Römerbechern,
Da fließt des Rheinweins goldne Flut
Gar hold den wackern Zechern.
Das Auge flammt, ein Lied erschallt
Aus goldnen Jugendtagen,
Und durch's Gewölbe donnernd hallt
Urkräftiges Behagen.
Auf hohem Berge trinkt sich's gut
Im Herbst aus Römerbechern,
Tief unten blitzt des Rheines Flut
Und oben Gold den Zechern.
Grün ist der Becher, grün der Rhein,
Hell glänzt die goldne Sonne,
Grün ist der Lenz, golden der Wein,
Hell klingt die Jugendwonne.
Dir, grüner Rhein, das volle Glas
Vom Golde deiner Reben!
Ein Kaiser hat dies edle Naß
Als Erbe uns gegeben.
Als schönsten Hort, als höchstes Gut
In Not und in Gefahren
Wird deutsches Schwert und deutscher Mut
In Treuen dich bewahren.
Wir späh'n nach keinem Fehdegrund,
Den Hader hol' der Geier!
Den vollen Becher frisch zum Mund
Und froh gestimmt die Leier!
Den Franken soll Burgunderwein,
Est Est den röm'schen Pfaffen,
Dem deutschen Reich das Gold vom Rhein
Viel Lust und Freude schaffen!