In der Wetternacht

C. Fink

Die Nacht senkt schwarz sich auf die Erde nieder,

Verhüllet liegt der Sterne Friedensstrahl,

Es tönen wild der Stürme Schreckenslieder,

Und Wetterschauer brausen durch das Thal.

Gott in Güte,

Mich behüte,

Walte schirmend über mir!

Furcht und Bangen

Mich umfangen,

Herr, ich flüchte mich zu dir!

Aus tausend Schleusen stürzt gewalt'ger Regen

Zur Erde beugend, was da grünt und blüht.

Es dröhnt des Donners Wucht in dumpfen Schlägen,

Und züngeld rings des Blitzes Flamme sprüht.

Herr, in Gnaden

Halte Schaden

Allerbarmend abgewandt.

Bleib' im Wetter

Schutz und Retter!

Alles steht in deiner Hand!

Und gleich der Wolke lastet schwerer Kummer

Mir auf der Seele schuld- und sündbewußt,

Das Auge, feucht von Thränen, flieht der Schlummer,

Und Schmerz und Reue zieht mir in die Brust.

Gott, laß Frieden

Mir beschieden

In dem bangen Herzen sein,

Daß am Morgen

Frei von Sorgen

Grüße mich der Sonne Schein!