Das Schiff
C. Fischer
Das Meer umher geht hoch und wild,
gepeitscht vom Sturm, der heult und brüllt;
die Schiffe d'rauf, sie wanken und schwanken
und stoßen zusammen mit brechenden Planken.
Und mitten in des Meeres Gebrüll
seh' ich ein Schiff, das steht so still,
so still und ruhig beim Schlagen der Wellen,
als wär' es ein Felsen, an dem sie zerschellen.
Der Schiffskapitän, ein hoher Held,
hat fest ans Ruder sich gestellt;
das Schiffsvolk, seinen Winken ergeben,
es ruft ihm sein Hurra und lässt ihn hoch leben.
Er hat's durch manche Sturmesnacht
mit Gott so glücklich durchgebracht,
es hat bei ihm nach stürmischen Stunden
für jeden ein väterlich Auge gefunden.
D'rum mitten in dem Ungestüm
sieht es auf ihn und hängt an ihm,
und mag's auch ander'n bangen und grauen,
ihm leuchtet im Auge nur Mut und Vertrauen.
Sein Schiff, das ist von starkem Bau,
vom besten Hanf sein Ankertau;
sein Kompass sind, in allem Getümmel,
die sicher geleitenden Sterne am Himmel.
Das Schiff, das ist mein Preußenland.
Mit wacker'n Preußen ist's bemannt;
den Kapitän, den wirst du schon kennen,
sonst werden auch Kinder ihn jubelnd dir nennen.
Er forscht bei dem, der droben wacht,
wie er die Fahrt am besten macht;
sein Kompass ist des Ewigen Wille,
d'rum steht er so fest und das Schifflein so stille!
Und wie das Tau, das nie zerreißt,
das Tau vom besten Hanfe heißt?
Das hat die Liebe bei heller Sonnen
gar kernig aus Treue und Glauben gesponnen.
Und in das Schiff gehör' ich hin;
gottlob, dass ich ein Preuße bin!
Und in dem Hurra jauchzender Kehlen
am Borde des Schiffs soll auch meines nicht fehlen!