O armes, armes Vaterland

C. Fischer

Die Sonne steht am Himmelsdom,

in grauen Nebel eingehüllt,

und blickt so stumm, so trübe

herab auf das Gefild.

O armes, armes Vaterland,

umschlingt dich noch kein Bruderband?

Ach, wie beklag' ich dich!

Und ach, mit Tränen in dem Aug'

verhüllet sie ihr Angesicht;

„Solch Leiden, ach, solch Leiden

ertrag' ich länger nicht!“

O armes, armes Vaterland,

umschlingt dich noch kein Bruderband?

Ach, wie beklag' ich dich!

Wie lange noch, frag' ich betrübt,

soll sie auf uns in Wehmut schau'n?

Soll Einigkeit uns fehlen

in allen deutschen Gau'n?

O armes, armes Vaterland,

umschlingt dich noch kein Bruderband?

Ach, wie beklag' ich dich!