Der Fichtenbaum
C. Greith
Die alte Fichte schwanket
einsam auf grauer Höh';
der Knabe zieht im Nachen
entlang den blauen See.
Die Fichte tief versunken
in dunklen Träumen sinnt;
der Knabe kos't der Welle,
die schäumend niederrinnt.
„O Fichtenbaum dort oben,
du finsterer Gesell',
was schaust du stets so trübe
auf mich zu dieser Stell'?“
Da rühret er mit Trauern
der Zweige kühlen Saum
und spricht in leisen Schauern,
der alte Fichtenbaum:
„Dass bald die Axt mich suchet
zu deinem Totenschrein,
das macht mich stets so trübe,
gendenk' ich, Knabe, dein!“