Mein Ännchen blüht in Rosenglut
C. Gurlitt
Mein Ännchen blüht in Rosenglut,
sie ist so blumengleich,
sie schwebt einher wie Schwalbenbrut,
mein Ännchen ist wie Milch und Blut,
ein Apfel auf dem Zweig.
Der Vollmacht hat viel Äpfel steh'n
und Rosen vor der Tür;
er mag nach seinen Rosen seh'n
und seine Äpfel ernten geh'n,
doch sie ist meine Zier!
Sie ist mein Stolz und meine Pracht
und alles allzugleich.
Die Rose bleicht in einer Nacht,
der Wind die Äpfel fallen macht;
sie fällt nicht, wird nicht bleich.
Sie fällt nicht ab, sie fällt nicht hin,
sie ist so frisch und brav;
d'rum blüht mein Herz, d'rum blüht mein Sinn,
mein Ännchen bleibt die Blume d'rin,
bis einstens ich entschlaf'.