Der grobe Wirt

C. Hirsch

Je gröber der Wirth, desto schöner sein Kind;

Das ist eine goldene Regel.

Je gröber der Wirth, desto feuriger rinnt

Der Wein aus dem hölzernen Legel.

So war es vor Zeiten im rothen Hahn

An der Ecke der Himmelpfortgassen.

Was hab' ich mir nicht von dem Grobian

Still duldend gefallen lassen!

Und nun, wie hat sich das Blatt gewandt,

Wie schmählich bin ich betrogen!

Wirthstöchterlein ist aus Stadt und Land

Mit ihrem Buhlen gezogen.

Holzapfelsauren Dreimännerwein

Kredenzt eine böse Sieben.

Von allem, was war, ist ganz allein

Die Grobheit des Wirthes geblieben.