Der kleine Savoyard

C. Horn

Sitzt ein stiller, bleicher Knabe

Auf dem grün bemoos'ten Stein

In der finstern Nacht allein;

Große, helle Perlen hangen

Auf des Kindes blassen Wangen; --

'S ist ein Savoyardenknabe.

"Von Savoyen, von Savoyen"

Träumt er, bald zu Eis erstarrt, --

Armer, kleiner Savoyard!

Und der stille, bleiche Knabe

Nahm den Stab in seine Hand,

Zog hinaus ins ferne Land.

Vor den Thüren fremder Leute

Sang ein Lied von düstrem Leide

Hell der Savoyardenknabe.

"Nach Savoyen, nach Savoyen"

Schallt es laut durch Nacht und Wind: --

Armes Savoyardenkind!

Sitzt ein stiller, bleicher Knabe

Bei des Abends Dämmerschein

Auf dem grün bemoos'ten Stein.

Sag', wo weilen deine Lieben,

Die allein zurückgebliegen,

Armer Savoyardenknabe?

"In Savoyen, in Savoyen"

Haucht der Mund, zu Tod erstarrt, --

Armer, kleiner Savoyard!