Abschied

C. Isenmann

Ach, scheiden von der Lieben,

Das thut dem Herzen weh!

Das will mich sehr betrüben,

Wo ich auch geh' und steh'.

Muß oft der Stunde denken,

Wo ich zuletzt sie sah;

Sie saß mit bitt'rem Kränken

Bei Vater und Mutter da.

Ich sah sie dort zerpflücken

Ein Zweiglein Rosmarin;

Aus blauen, milden Blicken

Eine helle Thräne schien.

Die Mutter unterdessen

Las in dem Bibelbuch;

Ich mußt' die Augen pressen

Vor wildem Schmerz in's Tuch.

Wie war mir doch beklommen;

Sie barg ihr Angesicht, --

Ob Abschied ich genommen,

Weiß ich noch heute nicht.

Ach, dürft' zu ihren Füßen

Mein Herz ich legen hin,

Dorthin, wo sie zerrissen

Das Zweiglein Rosmarin!