Fischers Abendlied

C. Isenmann

Da drüben am Ufer

Da stehet ein Haus,

Da blickt oft zum Fenster

Ein Mägdlein heraus.

Das nickt mir vom weiten

Gar innigen Gruß,

Dem schick' ich manch Küßchen hin

Über dem Fluß.

Schon tönt von den Bergen

Das Abendgeläut, --

O Mägdlein im Hause,

Wo weilst du denn heut'?

So bleibt denn vergebens

Mein Schaun und mein Gruß?

Vergebens mein "Gute Nacht"

Über den Fluß?

Und bist du auch ferne,

So weiß ich es doch,

Du denkst vorm Entschlummern

Des Fernen auch noch,

Und träumst dich ans Ufer,

Und schickst mir zum Gruß

Der Träum' allerlieblichsten

Über den Fluß!

Bald, bald wird das Glöcklein

Dir läuten ins Haus;

Dann schmück' ich den Hut mir

Mit Band und mit Strauß,

Und spring' in den Nachen

Mit jauchzendem Gruß,

Und hol' als mein Bräutchen dich

Über den Fluß!