Morgenlied

C. Kammerlander

Der Morgen zieht die Welt entlang

mit rosenroten Schwingen,

und Jubelton und Jubelsang

durech Berg und Wald erklingen.

Wie hat des großen Gärtners Hand

so schön sein Werk vollendet,

wie reich an all das schöne Land

der Blumen Pracht verschwendet!

Ich eile wie ein frohes Kind

durch die betauten Felder,

gen Himmel rauscht im Morgenwind

das Orgellied der Wälder.

Mir ist, als wollt' der Liederstrom

die Seele mir ersticken,

als müsst' ich in dem grünen Dom

den Meister selbst erblicken.

Mir ist, als müsst' ich irgendwo

in seinem Reich ihn sehen,

und wie der Duft, der Blumen froh,

an seiner Brust vergehen,

als müsst' in wundersel'gem Tod

mein Herzblut ich vergießen,

als müsst' ich mit dem Morgenrot

in Ein's zusammenfließen.