Am Meere
C. Kistler
Verlassen und still und alleine,
sass einst ich am tosenden Meer.
Umwebt vom gespenstigen Scheine
des Mondlichts; Nacht um mich her.
Da träumt' ich von sel'gem Verlangen,
von Sehnsucht und Liebe und Lust.
Ich träumte ich hielt dich umfangen
und ruhte an liebender Brust.
Die Wellen des Meeres sie rauschen,
so lüstern und neckisch dahin,
sie nahten sich leis und belauschten,
der Träume gar lieblichen Sinn.
Sie konnten es nimmer erfassen,
wie Liebe erfüllt das Herz,
die Wogen, sie können nur hassen
der Ozean kennt keinen Schmerz.