Dichtergruss
C. Krebs
O Land am Rhein, so wonniglich,
Die Hand des Herrn behüte dich!
So ruf' auch ich dir zu beim Scheiden
Bewahr' dir Gott den frischen Muth,
Das leicht bewegte Jünglingsblut;
Viel gab dir die Natur an Freuden!
Nie rühr' an dich des Franken Hand,
Um in dein Herz, o deutsches Land,
Den eig'nen Unbestand zu tragen.
Ein deutscher Strom bist du, o Rhein,
Deutsch ist dein Brod, deutsch ist dein Wein,
Deutsch sei dein Schwert, kommt's einst zum Schlagen.
Und Frauenminne, treu bewahrt,
Und Männerfreundschaft, stark von Art,
Als deutsche trägst du sie ja eigen.
Ist deiner Sprache süßer Laut
Nicht deutschen Dichtern anvertraut?
Stolz darfst du deine Sänger zeigen!
Drei sitzen dort an deinem Strand,
Ich grüße sie mit Herz und Hand,
Ein Spielmann auch in deutschen Gauen!
Am Rolandseck den Knappen gut,
Mich dünkt, er stamm' aus Volkers Blut.
So wacker ist er anzuschauen; --
Und der aus tiefstem Bergesschacht
Manch' goldnen Hort heraufgebracht,
Der drin Jahrhunderte geschlafen; --
Und ihn, der mit siegreichem Klang
Jüngst Tristan und Isolde sang,
Wie sie in Lieb' und Leid sich trafen:
Sie Alle grüß' ich nach der Reih';
Es ist noch jüngst durch diese drei
Viel Liebes mir, dem Gast, geworden.
So schlingt durch alles deutsche Land
Um wackre Sänger sich ein Band,
Vom Rhein bis zu der Donau Borden!