Sehnsucht
C. Krebs
Wo die blauen Berge ragen,
Dort hinüber möcht' ich ziehn,
Und den Lüften möcht' ich sagen:
"Tragt mich in die Ferne hin!"
Wo die Rosenwolken schweben
Über's Land im Abendschein,
Dorten muß sich's besser leben,
Schöner muß es drüben sein.
Doch ein Lüftchen kommt gegangen,
Und es ruft mir flüsternd zu:
"Jemand trägt auch dort Verlangen
Fortzuschweben, so wie du."
"Jener glaubt: an diesen Orten
Könnt' er froh und glücklich sein.
Du dagegen strebst nach dorten,
Aber Beide trügt der Schein."
"Glaube nicht, daß du das Treiben
Deiner Sehnsucht jemals stillst,
Magst du wandern, magst du bleiben,
Magst du weilen, wo du willst."