Wohl ein einsam Rösleins stand
C. Krebs
Wohl ein einsam Röslein stand
Welk und matt am Wege.
Von des Sommers Gluth verbrannt,
Armes Röslein unbekannt
Ohne Lieb' und Pflege.
Armes, armes Röslein ach!
Welk und matt am Wege.
Kam ein Mägdlein her und sah
Röslein an dem Wege,
„Röslein, stehst so einsam da?
„Sey getrost, ich komme ja,
„Daß ich deiner pflege.”
Armes, armes Röslein ach!
Welk und matt am Wege.
Mägdlein sprang im schnellen Lauf
Zu der Quell' am Wege;
Träuft' des Quellchens Thau darauf,
Röslein that das Knöpfchen auf,
Dankend holder Pflege.
Rösein, schönes Röslein blüht
Duftend nun am Wege.