Abendlied
C. Kreutzer
Die Lerch' verschwebt im gold'nen Raum
und singet ihren Abendtraum,
die Möwe kehrt zum Felsenhaus
und rufet durch das Waldgebraus.
Sie rufet jedem ohne Ruh',
der Segler in den Wolken, zu:
Kehr heim, kehr heim!
Der Fischer zieht die Netze ein
und trocknet sie am Felsgestein,
der Pilgersmann auf weißem Stab,
der Jäger eilt ins Tal hinab.
Es winkt der lichte Abendstern,
die Vesperglocke läutet fern:
Kehr heim, kehr heim!
So schwebt so mancher Abend hin,
und viele Pilger fürder zieh'n.
Ja, viele zieh'n und kehren nie!
D'rum sinke betend auf die Knie.
Es winkt der lichte Abendstern,
die Vesperglocke läutet fern:
Kehr heim, kehr heim!