Die Verlass'ne

C. Kreutzer

Einsam saß, von Nacht umschauert,

weinend die verlass'ne Maid:

Ihre ganze Seele trauert,

und ihr Herz vergeht in Leid.

Ach, wie weilest du so lange,

und wo bleibst du mir so fern!

Leuchtet dir auf deinem Gange

nicht mehr uns'rer Liebe Stern?

Bitter, bitter, ach, empfinden

muss ich's nun und immerdar,

wie zur Buße schwerer Sünden,

dass zu gut mit dir ich war.

Soll dich hassen, muss dich lieben,

muss in Hoffnung glücklich sein,

dass, wenn wir uns finden drüben,

du wirst wieder werden mein.