Die Wehmuth
C. Kreutzer
Wild umschattet von der Dämmrung Schleier,
Schlummert die Natur in sanfter Feier,
Müde von des Tages Sonnenglut,
Ernst versunken in Erinnrungsträume,
Wandl' ich einsam hier im Schöpfungsraume,
Wo sonst alles, nur mein Herz nicht ruht.
Denn das Schicksal schlug ihm eine Wunde,
Schmerzend mahnt sie stets an jene Stunde,
Die aus einem Himmel mich verstieß.
Ach! schon viel gelitten, viel geduldet
Hab ich armer Wanderer unverschuldet,
Seit ich meiner Jugend Pfad verließ.
Guter Mond, wie traurig, wie so stille,
Blickst du durch azurne Wolkenhülle
Auf die Leiden deines Freunds herab.
Wann siehst du die letzte Kummerträne?
Wann verhallen meine Klagetöne?
Küssest du wohl bald mein Rasengrab?