Frühlingsglaube

C. Kreutzer

Hört ihr, wie die Harfen brausen

unten in dem Wellenstrom?

hört ihr, wie die Winde sausen

laut im grünen Eichendom?

O, der Hoffnung heißes Sehnen

ist doch endlich aufgeblüht,

wo die Waldesflöten tönen,

wo die Rosenknospe glüht.

Sei gegrüßt! Aus allen Tiefen

tönt herauf das heil'ge Wort;

wo die Blumen weinend schliefen,

ist ein freudig Treiben dort,

und auf heit'ren Bergeshöhen

zieht die Liebe still und mild

durch der Bäume lichtes Wehen

wie ein träumend Engelsbild.

Und so schließ' ich die Gestalten

alle denn an meine Brust;

mögen sie da ewig walten.

Bin des Einen mir bewusst:

Was Natur in Ton und Blüten

zu dem Menschenherzen spricht,

das mag jeder treu behüten,

sie allein, sie täuschet nicht.