Hobellied aus dem Verschwender

C. Kreutzer

Da streiten sich die Leut' herum

Oft um den Wert des Glücks,

Der eine heißt den andern dumm,

Am End' weiß keiner nix.

Da ist der allerarmste Mann

Dem andern viel zu reich:

Das Schicksal setzt den Hobel an

Und hobelt alles Gleich!

Die Jugend will stets mit Gewalt

In allem glücklich sein,

Doch wird man nur ein wenig alt,

Da gibt man sich schon drein.

Oft zankt mein Weib mit mir, o Graus!

Das bringt mich nicht in Wut;

Da klopf ich meinen Hobel aus

Und denk: du brummst mir gut!

Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub,

Und zupft mich: Brüderl kumm!

Da stell ich mich ein wenig taub

Und schau mich gar nicht um.

Doch sagt er: "Lieber Valentin,

Mach keine Umständ, geh!"

So leg ich meinen Hobel hin

Und sag der Welt ade!