Schlafen möcht' ich gern

C. Kreutzer

Schlafen möcht' ich gern

sanft auf duft'gen Rosen

unterm Abendstern,

wenn die Weste kosen.

Schlafen möcht' ich bald

nach des Mittags Schwüle

in dem duft'gen Wald,

in der Eichenkühle!

Schlafen möcht' ich gern

an der frischen Quelle,

schaukelt sich von fern

die bewegte Welle.

Aber wachen klar,

wachen möcht' ich immer,

seh' ich Emmas Haar,

ihres Auges Schimmer!

Wachen möcht' ich hell,

wachen, wachend kosen,

steht am Silberquell

Emma unter Rosen!

Wachen immerdar,

wachen möcht' ich, wachen,

schwebt auf Wellen klar

sie mit ihrem Nachen.

Wachen, wachen nur

möcht' ich Tag und Nacht,

seh' ich ihre Spur,

ihres Himmels Pracht.