Wanderlied

C. Lafite

Und wieder jagt mich der Reisetrieb,

Und wandern möcht' ich von Pol zu Pol;

Drum, liebliches Kind, vielsüßes Lieb,

Vielsüßes Lieb, leb' wohl!

Noch einmal, gestützt auf den Wanderstab,

Schau' ich zurück, schau' ich zurück;

Duftige Blüthen fallen herab,

Und hemmen meinen Blick.

Nun folg' ich ohne Reiseziel

Der Vögel Flug, der Wolken Zug;

Des Schönen hat die Welt so viel,

Hat auch für mich genug.

Und trag' ich gleich im leichten Kleid

Kein schimmerndes Gold, kein schimmerndes Gold,

Ist doch manch' Herz, manch' rosige Maid

Dem Wanderburschen hold.

Und der Vögel Schlag in Busch und Hag,

Das Waldesdunkel, der Sonnenschein,

Und der klingende, singende Frühlingstag

Ist Alles, Alles mein!