Warte nur, warte nur
C. Laue
Warte nur, warte nur!
Gottes ist die rechte Uhr!
Ungeduld mußt du bezähmen,
Kannst von deinem Gott nichts nehmen,
Er nur weiß die rechte Zeit:
Wache stets und sei bereit! Warte nur!
Warte nur, warte nur!
Schau' hinaus in Feld und Flur!
Sieh', der Landmann streut die Samen,
Harrt der Ernt' in Gottes Namen:
Der das Saatkorn ihm verliehn,
Wird auch groß die Ernte ziehn. Warte nur!
Warte nur, warte nur!
Überall des Ew'gen Spur!
Sieh', das Saatfeld bangt in Wettern,
Stürme rauschen, Blitze schmettern;
Ob die Hoffnung zagend sinkt,
Doch zur Zeit die Sichel blinkt. Warte nur!
Warte nur!
Lenkest du denn die Natur?
Willst du ihm die Wege sagen,
Der die ew'gen Berge ragen,
Der die Sterne glänzen hieß
Und das Gräschen nie verließ? Warte nur!
Warte nur, warte nur!
Hörst du nicht des Höchsten Schwur?
Berge weichen, Hügel wanken,
Ewig stehn des Herrn Gedanken,
Ewig seine Gütigkeit;
Aber er nur weiß die Zeit. Warte nur!