An der Weser
C. Mahlberg
Hier hab' ich so manches liebes Mal
Mit meiner Laute gesessen,
Hinunterblickend in's weite Thal,
Mein selbst und der Welt vergessen.
Und um mich klang es so froh und hehr
Und über mir tagt' es so helle
Und unten brauste das ferne Wehr
Und der Weser blitzende Welle.
Wie liebende Töne aus rothem Mund,
So flüstert' es rings durch die Bäume,
Und aus des Thales blühendem Grund
Begrüßten mich nickende Träume.
Da sitz' ich nun wieder und spähe umher
Und horche hinauf und hernieder;
Die holden Weisen klingen nicht mehr,
Die Träume kommen nicht wieder:
Die süßen Gestalten sind all zerstreut,
Der Himmel beengt und trübe, --
Fahr' wohl, fahr' wohl, du selige Zeit,
Fahr' wohl, du närrische Liebe!