Der Thürmer

C. Matys

Ich steh' auf meinem Thurme

Und halte strenge Wacht,

Drei Glocken hab' ich zu läuten,

Drei Glocken, Tag und Nacht.

Die erste ertönt so helle

Mit feierlichem Klang,

Und rufet die Gemeinde

Zu Gottes Lobgesang.

Die zweite mit raschen Schlägen

Das schlafende Volk erschreckt,

Wenn der Flammen gier'ge Zunge

Am rauchenden Giebel leckt.

Die dritte dumpf erdröhnet,

Gar schauerlich und schwer:

Dem ihr Geläut ertönet,

Der hört es nimmermehr.

Doch als des Sieges Feuer

Einst von den Bergen geflammt,

Da donnerten im Sturme

Die Glocken allesammt.