Liebesglühen

C. Moritz

In der Berge Riesenschatten

Rasch enteilt dem Mondenlicht,

Sink ich auf bemooste Matten,

Doch die Ruhe naht mir nicht.

Still wird alles um mich her,

Nur mein Herz klopft laut und schwer.

Ob die Ströme mächtig rauschen,

Mir vertost der wüste Schall,

Denn die tiefsten Kräfte lauschen

Auf das Lied der Nachtigall.

Still die Tränen fließen schon,

Sterben lehrt der Zauberton.

Starren Fels hab' ich unarmet,

In der Glut, die mich durchfliegt,

Ach, der kalte Stein erwarmet

Und die Macht der Pulse siegt.

Still, die Sehnsucht mehret sich

Und mein Leben tötet mich.

Reicht mir, Engel, eure Palme

Erde, schenke mir ein Grab,

Streife schnell wie Blütenhalme

Nur der Seele Fesseln ab!

Still schwebt dann der Friede her,

Und dies Herz wird liebeleer.