Liebchens Wohnort

C. Müller

Ich weiß kein liebres Städtchen

Im ganzen deutschen Land,

Als das, wo ich mein Mädchen,

Mein traut Herzliebchen fand.

Gar einsam liegt's und stille,

Kaum daß es einer kennt;

Des Waldes grüne Fülle

Hat's von der Welt getrennt.

Ein Kirchlein das vom weiten

Schon überm Walde ragt,

Ein Turm aus grauen Zeiten

Sind seine einz'ge Pracht.

Und doch liegt mir das Städtchen

Wohl Tag und Nacht im Sinn: --

Wohnt doch mein süßes Mädchen,

Mein traut Herzliebchen drin.