An Ch---

C. Neefe

Du forderst, Freundin meiner Seele,

Ein Lied von meinem Saitenspiel:

Folgt, Töne, folget dem Befehle,

Seid ganz Entzücken, ganz Gefühl!

Schon will ich singen, wie die Wonne

Der Lieb' aus deinem Auge lacht,

Und schöner als die Morgensonne,

Dein Blick mein Auge heit'rer macht.

Wie meine Seele wonnetrunken

Ganz in die deine fließt, wann ich,

In dein Gespräche tief versunken,

Nichts hör' und seh' und denk', als dich.

Wie mir im schweigenden Entzücken

Dann Stunden Augenblicke sind,

Und mein Gefühl da auszudrücken,

Ich nur vergebens Wort' erfind.

Und wie -- Doch da ich dich zu singen

Mich unterwand, Vortreflichste,

Wollt mir kein Lied, kein Ton gelingen;

Ich bebte und verstummete.