An Daphne

C. Neefe

Als ich, o Daphne, jüngst an deinen Lippen hing,

Dich dachte, dich empfand, von dir Gebot empfing,

War ich der Glücklichste der Erde,

Wär er unsterblich, groß und reich,

Kein Weiser ist an Ruhm dem meinen gleich,

Wenn ich von dir geliebet werde.

Empfindung, Dankbarkeit, Entzücken, sanfter Scherz,

Ein ganzer Himmel strömt durch mein gerührtes Herz,

Und meine ganze Seel ist Liebe.

Mein Aug, auf deins gehesstet, spricht,

Und deins, o Daphne, zürnet nicht,

Denn deine ganze Seel ist Liebe.

Umarmt von dir, fühl ich, was nie ein Held empfand,

Und zitterte vor ihm ein neu erobert Land,

Bebt' unter seinem Fuß die Erde,

Hielt er die Welt im Gleichgewicht,

Sein kühner Stolz gleicht meinem Stolze nicht,

Wenn ich von dir umarmet werde.