An Klimenen

C. Neefe

Du klagest, dass von deinem mütterlichen Strande,

Ismene, dich dein Glück verwies?

Klag nicht! die Freude wohnt in einem jeden Lande,

Dem seine Rosenwangen der junge Morgen wies.

Was fehlet dir in diesen heerdenreichen Matten,

In dieser tiefen Thäler Schooss?

Dir singt der rege Wald, dir wanken kühle Schatten,

Dir rieseln Silberbäche, dir schwillet sanftes Moos.

Du bist die Grazie, die Muse dieser Hügel,

Du bist die Bluhme dieser Flur;

Dir schwärmt der leichte West mit mit immerregem Flügel

Um deine Locken; Rosen entsprossen deiner Spur;

Du bist mein Lied; dir geben meiner Leier Töne

Die Krone der Unsterblichkeit.

Nichts fehlet deinem Glück, als was du nur, Ismene,

Dir geben kannst: des Herzens gesetzte G'nügsamkeit.