Die Sänger
C. Neumann
Und nahet der Lenz, so erklingen im Wald
Der Vöglein erwachende Lieder.
Doch fallen die Blätter, und wird es kalt,
So schweigen und ziehen sie wieder. --
Wir lernten vom Vöglein das Singen nur,
Das Schweigen wollt' nie uns gelingen;
Ob Blumen uns duften, ob ruhet die Flur,
Es schwellet die Brust, und wir singen.
Wir rühmen und preisen im Lobgesang
Den Schöpfer und Vater der Welten,
Auch soll uns'res Liedes erhebender Klang
Dir, Vaterland, immerdar gelten;
Wir singen der Liebe beseelender Kraft,
Der Freundschaft beglückendem Streben,
Wir singen dem perlenden Rebensaft,
Der sprühet, voll Feuer und Leben.
Es quellen die Lieder so fröhlich und frei
Aus der Seele tiefinnerstem Grunde;
Ihr Freunde des Sanges, kommt Alle herbei,
Wir sind mit dem Frohsinn im Bunde.
-- Ob Wonnegefühl Euch bewege das Herz,
Ob trübe Gedanken Euch drängen,
Es löset die Freude, es löset der Schmerz
Sich auf in harmonischen Klängen.