Die Zeit der Lieb' und Lust
C. Plantade
Agnes verschmähte Liebestreue,
sie hegte stolzen, spröden Sinn;
so schwand ihr Lenz dahin
und brachte nicht Gewinn.
Nun einsam und voll Reue
beklagt sie ihr Geschick:
O kehrte doch aufs Neue
mein Jugendtraum zurück!
D'rum eilt zum heit'ren Reigen,
verschließt nicht kalt die Brust,
lasst nicht den Lenz entweichen,
die Zeit der Lieb' und Lust!
Du eiferst wider das Verlangen,
das heiß im jungen Herzen glüht,
indessen dein Gemüt
in nie gestillter Flamme glüht.
Ha, siehst du nun voll Bangen,
wie schell die Zeit entweicht,
das Alter kommt gegangen,
die Rosenwange bleicht!
D'rum eilt
usw.
Die heut' ihr Herzchen kalt verschließet,
beklagt wohl morgen voll Verdruss,
dass sie dem Liebeskuss
zur Straf' entsagen muss.
Bei Scherz und frohen Tänzen,
beim süßen Labewein
mit Rosen sich zu kränzen,
das kann nicht Sünde sein.
D'rum eilt
usw.