Traumlied

C. Pohlig

Du letzte Liebesblüte

An meines Lebens Baum --

Wie weckst Du im Gemüte

Mir süßen Jünglingstraum.

Wie zieh'n vor meinen Sinnen

Die Schatten all' daher

Von frühem, holdem Minnen --

'S ist wohl ein Traum -- nichts mehr!

Mir träumt, dass ich umschlungen

In Deinen Armen ruh! --

Mir träumt, Du habest gesungen

Und ich hör' träumend Dir zu.

Mir träumt von süßem Kosen

Von holdem Liebesthun --

Daß Deine Lippenrosen

Auf meinen Lippen ruhn.

Mir träumt, ich hätte gelesen

In Deiner Augen Pracht

Du sei'st mir gut gewesen --

O, wär' ich doch nie erwacht!