Am alten Zwingergraben

C. Reinthaler

Am alten Zwingergraben,

Da steht manch hohes Erkerhaus,

Da schaun in hellen Tagen

Jungfräulein viel heraus.

Wer ist die Allerschönste?

Lustwandelnd streiten sich die Herrn,

Ich wüßt' es wohl zu sagen,

Doch bin ich allzufern.

Als ich von dannen mußte,

Am Fenster lehnt mein armes Kind,

Der Schnee fiel dicht hernieder,

Mein Blick, der wurde blind.

Wie blühn die fremden Frauen!

Das scherzt und kichert um mich her, --

Nach deiner Augen Weinen,

Da wird das Herz mir schwer.

An deines Daches Giebel

Hängt hoch ein leeres Schwalbennest;

Gieb Acht, es füllt sich wieder

Zu Ostern aus das Fest.

Und durch die Weinbergfurchen

Geschmolzen rauscht der Winterschnee,

Vor Freuden sollst du weinen,

Wenn ich dich wiederseh!