Harold's Ade
C. Reinthaler
“Ade, ade! Der Heimat Saum
Versinkt in blauer Flut;
Der Nachtwind seufzt, auf Wogenschaum
Kreischt wilde Möwenbrut.
Der fliehenden Sonne folgen wir,
Die fern im Westen lacht:
Ein Lebewohl noch ihr und dir,
O Heimat! – gute Nacht!
Mein treuer Knappe komm hierher,
Was blickst du bleich hinaus?
Schreckt Dich der Frankenfeind so sehr?
Bebst du in Sturmes Braus?”
“Ich zittre nicht vor Sturm und Schlacht,
Mein Herz ist nicht so weich;
Ans ferne Weib zu denken macht
Ein treues Antlitz bleich.
Mein Weib und Knab am Weiher sind,
Wo euer Schlossturm ragt;
Was soll sie sagen, wenn das Kind
Nach seinem Vater fragt?”
“Genug, genug, mein Knappe gut,
Dein Gram sei dir verziehn,
Ich aber bin von leichtem Mut
Ich lache, dass wir fliehn.
Mit mir mein Schifflein will ich ziehn
Durch schäumend Flutgebraus;
Was kümmerts mich, wohin wir fliehn,
Fliehn wir nur nicht zu Haus!
Gegrüßt sei mir, Du blaue See
Und wenn die Fahrt vollbracht:
Willkommen Fels und Alpenschnee
O Heimat, gute Nacht!”