O! Stern, der Du vom fernen Osten her
C. Reinthaler
O! Stern, der Du vom fernen Osten her
So einsam kommst, verlassen von den andern,
Was ziehst du ohne Rast in stetem Wandern,
Ein müder Pilger, über Land und Meer?
Dein Strahl hängt bebend auf der Wellen Bucht
Und zittert durch den trüben Nebel nieder,
So wie durch tränenvolle Augenlider
Ein Blick von dem, der stets vergebens sucht.
Am Abend grüßt mein Auge dich, wenn matt
Der Fuß mir straufelt ob des Tages Mühe,
Und dich, sobald die erste Dämmerfrühe
Empor mich scheucht von meiner Lagerstatt.
Wie du bin ich; du dort am Himmelsrand,
Auf Erden ich einsam und abgeschieden,
O Stern der Wandrer, suchen wir den Frieden,
Zwei müde Pilger über Meer und Land.