Ohne dich

C. Schneider

Mein Kissen schaut mich an zur Nacht

Leer wie ein Totenstein;

So bitter hatt ich's nie gedacht,

Allein zu sein

Und nicht in deinem Haar gebettet sein!

Ich lieg allein im stillen Haus,

Die Ampel ausgetan,

Und strecke sacht die Hände aus,

Die deinen zu umfahn,

Und dränge leis den heißen Mund

Nach Dir und küss mich matt und wund -

Und plötzlich bin ich aufgewacht

Und ringsum schweigt die kalte Nacht,

Der Stern im Fenster schimmert klar -

O du, wo ist dein blondes Haar,

Wo ist dein süßer Mund?

Nun trink ich Weh in jeder Lust

Und Gift in jedem Wein;

So bitter hatt ich's nie gewußt,

Allein zu sein,

Allein und ohne dich zu sein!