Ballade

C. Schubart

Ich hatt' einmal ein Mädchen,

Es war im ganzen Städtchen

Kein reizenders zu sehn.

Sie prangt im Mädchen-Reihen

Gleich einer von den Dreien,

So jugendlich, so schön.

Gleich Purpurnelken Blüte

Ihr Mund, ihr Auge glühte

In sanftem blauen Licht.

Es schmolz an ihrem Strahle

Mein Herz zum ersten Male.

Was tut ein Auge nicht?

Da schlich ich lange, lange

So still umher, so bange.

Es stach, es drückte mich!

Ich stammelt endlich leise

Nach blöder Schäferweise:

Ich lieb' - ich liebe dich.

Wohl meinst du's treu und bieder

So liebt mein Herz dich wieder,

Gestand ihr holder Mund.

Da strömten unsre Flammen

In einem Kuß zusammen.

Geschlossen war der Bund.

Manch Götterstündchen scherzte

Ich mit ihr durch und herzte

Die Traute spät und früh.

Doch endlich kam ich wieder,

Ging suchend auf und nieder

Und nimmer fand ich sie.

Weg war mein trautes Liebchen-

Gewandert einem Bübchen

Mit Rosenwangen zu.

O Liebe, die mich trogen,

Wend ab von mir den Bogen,

Nur laß mein Herz in Ruh.