Hundert Eisenbewehrte

C. Sinding

Zu bandeln und handeln, zu feilschen und mauschen,

Die Freiheit für Ketten und Spangen zu tauschen,

Zu sein ein Philister, zu mennen sich krass,

Zu sichern mit List sich des Obmanns Platz,

O pfui, welche Zeit! O pfui, wie verkehrt!

Komm bring mir ein Ross und Stahlkürass!

Im Köller von Leder, zur Seite das Schwert,

Mir folgen nun hundert eisenbewehrt.

Zu Pferde! Und dann durch die Gassen heiss!

Wir hauen uns durch in des Ang'sichts Schweiss.

Herrlich zu hauen, geht's schief auch einaml.

S'Leben muss werden auf's Neue brutal.

Wahrheit, sollt auch sie man taufen mit Blut!

Rücksichtslos Ehrlichkeit, rücksichtslos Mut!

Und lieg ich zerhau'n auch zu Hackfleisch darnieder,

Ich schlepp durch die Gassen die blutigen Glieder,

Ich schleppe sie hin zu Herzliebchens Thür,

Meine offenen Wunden Gehör schaffen mir!

Man bandle und handle, man feilsche und mausche,

Die Freiheit der Seele für's Leben ich tausche.

Wahrheit nun sieget, Wahrheit ist krass,

In dei'm schneeweissen Bett soll sie schaffen mir Platz!

Ich bin einer der hundert Eisenbewehrten,

Er stirbt bei der Braut in dem rost'gen Kürass!