Mainacht

C. Sinding

Nun um Weg und Wiese nächtges Dunkel graut:

alle Lüfte schweigen, und doch wird es laut

wie von wunderfeinen Mondstrahlensaiten.

Wie seltsam, hier zu sitzen so einsam und allein!

Wer weiss, ob nicht bei solchem Maimondenschein

Elfen im Grünen tanzend gleiten?

Nun um Weg und Wiese nächtges Dunkel graut.

Ich hör wohl erbeben durch die Luft einen Laut,

Doch kann ich die Töne nimmer finden.

Das sind Träume die kommen und Träume die gehn,

Träume bald vom Winter und bald von Frühlingswehn,

und wiegend ein wehmuthvoll Empfinden.

Und Wehmuth, ja Wehmuth wiegt so weit sich übers Land,

weit bis zu des Weltmeeres äusserstem Rand,

und Sehnsucht in drangvollem Schwärmen.

Im Walde wie schluchzt es, und im Busch wie das klagt!

Ach Gott wie ist das schwer solch mailichte Nacht

so einsam und allein sich zu härmen!