Der Föhn
C. von Franckenstein
Der Föhn schreit jede Nacht,
Sein feuchter Flügel flattert schwer.
Brachvögel taumeln durch die Luft.
Nun schläft nichts mehr,
Nun ist das ganze Land erwacht,
Der Frühling ruft.
In diesen Nächten schlaf ich nicht.
Mein Herz wird jung,
Aus blauen Tiefen der Erinnerung
Steigt meiner Jugend heißes Glück,
Schaut mir so nahe ins Gesicht,
Erschrickt, und flieht zurück.
Bleib still, bleib still, mein Herz!
Ob auch im Blute eng und schwer
Die Leidenschaft sich rührt
Und dich die alten Wege führt --
Nicht jugendwärts
Gehn deine Wege mehr.