Die Treppe im Mondlicht

C. von Franckenstein

Gefügt aus Jade, steigt die Treppe auf,

Mit Tau benetzt, darin der Vollmond schimmert, --

Auf allen Stufen liegt der holde Glanz.

Die Kaiserin in schleppendem Gewande

Schreitet die Stufen aufwärts, [und der Tau

Näßt funkelnd des Gewandes edeln Saum.]

Sie schreitet bis zum Pavillon, in dem

Das Mondlicht webt. Geblendet bleibt sie auf

Der Schwelle stehen, Ihre Hand zieht sacht

Den Perlenvorhang nieder, -- und es sinken

Die lieblichen Kristalle, rieselnd wie

Ein Wasserfall, durch den die Sonne scheint...

Da lauscht die Kaiserin dem Rieseln nach

Und blickt voll Schwermut lange in den Mond,

Den herbstlichen, der durch die Perlen flimmert.

Und blickt voll Schwermut lange in den Mond...